Workshop Amerikanische Musik

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Brücken bauen zwischen Kulturen mit Musik

 

Warum bieten wir Musikworkshops für Schüler an?

Musikarbeit mit Jugendlichen in der heutigen Zeit ist in Bedeutung und Wirkung vielfach unterbewertet. In Zeiten knapper
Ressourcen gerät der Musikunterricht gegenüber den „wichtigen“ Fächern schnell ins Hintertreffen. Die Folgen sind mangelnde Ausstattung mit Sachmitteln, zu wenig Musiklehrer/innen, kurzzeitiger und teils auch jahrelanger Ausfall des Musikunterrichts.
Und die wenigen Lehrkräfte im Fach Musik haben oftmals nicht mehr die Zeit, die sie benötigen, um den Musikunterricht so zu
gestalten, dass die Schüler ihn interessant und vielleicht sogar spannend finden.

Es ist ohnehin für Musiklehrer/innen - wie für alle Lehrer - heutzutage schwierig, Schüler „zu erreichen“, also für den Lernstoff
zu begeistern. Hierfür gibt es viele Gründe, deren Erläuterung den Rahmen dieses Textes sprengen würde. Es sei hier nur der
schwierige soziale Hintergrund von immer mehr Schülern, manchmal auch Probleme wegen unterschiedlicher kultureller Identität
sowie ein zunehmendes Unvermögen, konzentriert zu lernen, genannt. Vor diesem Hintergrund bekommt der Musikunterricht eine
ganz neue Bedeutung, denn in neueren Studien konnte bewiesen werden, dass besonders durch Musikerziehung der Teil der linken Gehirnhälfte auf biochemischer Ebene trainiert wird, welcher das Sprachzentrum enthält. Auf diese Weise kann also die Entwicklung „kreativer Schaltkreise“ gezielt gefördert werden, was das Lernen als solches erleichtert, das Vernetzen von Gelernten im Gehirn
und damit die Durchdringung von Stoffgebieten. Diese Erkenntnis umgesetzt in die schulische Praxis bedeutet, mehr „musikpraktische Erlebnisse“ zu schaffen und das Lernen in Singen, Tanzen und Musizieren integrieren.

Hier möchte unser Verein Hilfe für den schulischen Alltag anbieten. In „Workshops“ mit Schülern wird authentische Musik aus
jeweils einem bestimmten Kulturraum so inszeniert, wie sie im jeweiligen kulturellen Kontext dieses Kulturraumes ausgeübt
und empfunden wird oder wurde. So wird zum Beispiel der Blues aus dem afroamerikanischen Kulturraum nicht nur rein  musiktheoretisch als 12-Takt-Musik aufgeschlüsselt, sondern es wird auch der soziale Hintergrund der aus Afrika nach Amerika verschleppten Sklaven aufgezeigt und die Zusammensetzung des Blues aus Elementen afrikanischer, europäischer und karibischer
Musik anhand von Beispielen dargestellt. Mit der Durchführung der Workshops beauftragt der Verein geeignete Musiker (in der
Regel Profimusiker), denn zur Verdeutlichung des Gesagten werden verschiedene Stile gespielt und gesungen sowie die dazu
passenden Tänze getanzt. Dabei werden die Schüler animiert, sich auf der Bühne (oder der Aktionsfläche im Saal) zu beteiligen,
denn die Bewältigung einer Musikaufführung übt den Umgang mit Ängsten, stärkt das Selbstvertrauen und fördert die Natürlichkeit
in der Selbstdarstellung. Durch eigene Aktivität aller Schüler im Saal in Form von Singen, Klatschen und Tanzen werden die
vermittelten Inhalte nachhaltiger aufgenommen. Die Schüler lernen Musikformen und Stile kennen und unterscheiden, erhalten Informationen über soziale Hintergründe und die Geschichte sowie Einblicke in das Denken und Fühlen anderer Kulturen. Und dies
mit einer Empathie, welche nur die „Sprache“ der Musik ermöglicht.

Das Workshop-Angebot des Vereins soll den vorhandenen Musikunterricht der Schulen ergänzen und aufwerten, denn für die
Schüler ist nach einem gelungenen Workshop das Fach Musikunterricht positiv besetzt und die Schule kann einige Ansätze des
Workshops im nachfolgenden Unterricht vertiefen. Im Idealfall wird durch einen Workshop die Lust auf das gemeinsame Singen
neu erlebt und belebt. In diesem Sinne möchte der Verein verschiedene Workshops entwickeln.